Landminen in Thailand |  Landmine.de
Einen Minenräumer in voller Montur kniet am Boden, schaut nachdenklich. Neben ihm ein Danger Mines Schild.

Landminen in Thailand

Thailand ist seit dem 01. April 1999 Vertragsstaat der Ottawa-Konvention, die das Verbot von Antipersonenminen und deren Beseitigung regelt. Thailand konnte bisher seine Fristen zur Minenräumung nicht einhalten. Dem Land wurde deshalb im Jahr 2022 eine dritte Verlängerung bis zum 31. Dezember 2026 gewährt.

Im Juni 2025 war noch eine Fläche von etwa 13,2 km² in sechs Provinzen mit Minen kontaminiert.

Pattani-Rebellengruppen setzten in 2022 und 2023 sporadisch improvisierte Antipersonen-Minen im Süden des Landes ein.

Thailand warf im Juli 2025 dem Nachbarland und Vertragsstaat Kambodscha, vor, Antipersonen-Minen mehrmals an der umstrittenen Grenzregion eingesetzt zu haben. Dies soll angeblich dazu geführt haben, dass mehrere Soldaten schwer verletzte wurden und Gliedmaßen verloren. Kambodscha wies diese Vorwürfe jedoch zurück.

Zuletzt aktualisiert am: 01.12.2025

Das lesen Sie auf dieser Seite:

Woher stammen die Daten auf dieser Seite

Die meisten Daten auf dieser Seite stammen aus dem Landminen-Monitor der Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen (ICBL). Der Monitor ist ein jährlich erscheinender Bericht, der über die Umsetzung der Ottawa-Konvention, also des internationalen Minenverbots, informiert. Handicap International ist im Kuratorium des Monitors. 

Der aktuellste Landminen-Monitor vom November 2025 enthält Informationen über die Entwicklungen im Jahr 2024 - und, wenn entsprechende Daten vorlagen, über die Entwicklungen bis einschließlich Oktober 2025. Seit 1999 liefert er detaillierte Daten und Analysen zur Einhaltung und Umsetzung Verbots von Antipersonen-Minen.

!! Handicap International führt selbst keine landesweiten Erhebungen zu Minen- und Opferzahlen durch !!

Wie viele Unfälle mit Minen gab es bisher?

Immer wieder kommt es in Thailand zu Unfällen mit Landminen.  

So wurde etwa im Juni 2023 ein paramilitärischer Offizier in der Provinz Narathiwat verletzt, nachdem er auf eine Landmine getreten war. Am 15. August 2022 wurde eine Frau, die auf einer Gummiplantage im Bezirk Sungai Padi in der Provinz Narathiwat arbeitete, in einem ähnlichen Vorfall verletzt.

Auch 2024 gab es Tote und Verletzte durch Landminen und nicht-explodierte Kriegsreste in Thailand, wie viele es genau waren, ist allerdings nicht bekannt.

Thailand warf Kambodscha im Juli 2025 den Einsatz von Antipersonen-Minen in der Grenzregion vor, was zu schweren Verletzungen von Soldaten geführt haben soll; Kambodscha wies die Vorwürfe zurück.

Genaue Zahlen zu Unfällen liegen dem Monitor nicht vor, da Thailand nur unzureichende Informationen weitergegeben hat

Handicap International in Thailand

Seit 1982 arbeitet Handicap International in provisorischen Flüchtlingslagern und verbessert die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen. 

Lesen Sie hier mehr über unseren Einsatz. 

Wo liegen Minen in Thailand?

Thailand meldete Ende 2024 17,04 km² Kontamination in den 6 Provinzen Buri Ram, Sa Kaeo, Si Sa Ket, Surin, Trat, und Ubon Ratchathani. Im Juni 2025 hatteilte Thailand mitgeteilt, dass das kontaminierte Gebiet auf 13,2 km², trotz neu identifizierter Kontamination, reduziert werden konnte. Thailand zählt damit zu den Ländern mit mittlerer Kontamination.

Ein Teil der kontaminierten Gebiete liegt an der Grenze zu Kambodscha und umfasst noch nicht abgegrenztes Land. Trotz des Konflikts wurde berichtet, dass der Austausch und die Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Minenräummaßnahmen fortgesetzt werden.

Thailand hatte auch mit dem Einsatz von improvisierten Sprengsätzen (IEDs) durch Aufständische im Südenzu kämpfen. Das Ausmaß dieser Verseuchung ist jedoch unbekannt und wurde vom Thailand Mine Action Center (TMAC) bisher nicht erfasst.

Hat Thailand Minen verboten?

Antipersonen-Minen sind in Thailand verboten. Thailand ist seit 1997 Vertragsstaat des Ottawa-Konvention, die das Verbot von Antipersonen-Minen regelt. Dieser Vertrag fordert von den Vertragsstaaten außerdem die Zerstörung von Minenbeständen, umfassende Maßnahmen zur Minenräumung sowie die Unterstützung von Opfern. 

Antifahrzeug-Minen sind in Thailand nicht verboten. Die Ottawa-Konvention verbietet deren Einsatz leider nicht.

Werden die Minen geräumt?

Als Mitgliedsstaat des Landminenverbotsvertrags muss Thailand alle Antipersonen-Minen auf seinem Gebiet räumen.

Thailand räumte 2024 eine große Anzahl von Antipersonen-Minen auf relativ kleinen Flächen. Das zeigt, wie dicht die Minen in den verseuchten Grenzgebieten verlegt wurden.

Insgesamt wurden 2024 5,22 km² geräumtes Land freigegeben und 17.600 Antipersonen-Minen vernichtet.

Thailand erhielt im Jahr 2022 eine dritte Verlängerung zur Räumung aller Minen auf seinem Staatsgebiet bis zum 31. Dezember 2026. Thailand liegt nach aktuellen Angaben des Monitors in der Räumung zurück - so dass vermutlich auch diese Frist nicht eingehalten wird.

Wie hilft Handicap International den Menschen in Thailand?

1982 wurde Handicap International (HI) von zwei französischen Ärzten in Thailand gegründet. Erste Aktivitäten zielten darauf ab, Geflüchteten in den Lagern an der Grenze zu Kambodscha zu helfenund Prothesen für jene herzustellen, die Arme oder Beine bei Unfällen mit Landminen verloren hatten. Ab 1984 kamen Geflüchtete aus Myanmar hinzu und bald darauf auch Menschen aus Thailand, die Explosionen von Landminen überlebt hatten. Dies führte zur Eröffnung von insgesamt fünfzehn Orthopädiewerkstätten, die heute in thailändischen Provinzkrankenhäusern integriert sind.

Seit 1996 konzentrierten sich die Aktivitäten von Handicap International auf neun myanmarische Geflüchtetenlager und die umliegenden Dörfer. Menschen mit Behinderung werden durch Physiotherapiesitzungen in ihrer Selbstständigkeit gefördert und mit lokal angefertigten Prothesen und anderen Hilfsmitteln wie Orthesen, Gehhilfen, Spezialstühlen etc. ausgestattet. 

Während das Land in der Grenzregion zwischen Myanmar und Thailand von Minen geräumt wird, sensibilisiert HIdie myanmarischen Geflüchteten für die Gefahren von Minen und explosiven Kriegsresten. Diese Sensibilisierungsmaßnahmen sollen die Risiken verringern, wenn sie nach Myanmar zurückkehren.

Nicht zuletzt fördern wir die Inklusion myanmarischer Geflüchteter mit Behinderung, indem wir ihnen Zugang zu den verschiedenen Dienstleistungen in den Lagern ermöglichen. So haben Menschen mit Behinderung heute Zugang zu Bildung, Berufsausbildung und medizinischer Gesundheitsvorsorge.

Seit Januar 2016 wird der Standort im Rahmen des MyTh-Programms verwaltet. Dieses wurde mit einem Regionalbüro in Yangon eingerichtet und zielt darauf ab, unsere Arbeit in Myanmar und in Thailand rund um die Wiedereingliederung der Geflüchteten zu stärken.

Flüchtlinge aus Myanmar in Thailand

Die größte Gefahr für die Rückkehr nach Myanmar sind versteckte Landminen zwischen Myanmar und Thailand.

Lesen Sie hier mehr über diese Bedrohung.