minenraeumung_kongo_till_mayer_02.jpg

Landminen in Kambodscha

Kambodscha gehört zu den weltweit am stärksten mit Landminen kontaminierten Staaten. Die Minen in Kambodscha stammen aus bewaffneten Konflikten, die im Land in den 1960ern bis in die 19990er stattfanden. Die Minenräumung ist noch längst nicht abgeschlossen, weswegen es immer wieder zu tödlichen Unfällen kommt. Insgesamt sind die Opferzahlen seit 2010 aber rückläufig.

Kambodscha ist dem Minenverbotsvertrag am 1. Januar 2000 beigetreten. Es gehört zu den weltweit am stärksten mit Landminen verseuchten Staaten. Das genaue Ausmaß der Kontamination mit Minen ist nicht bekannt. Die Verseuchung ist größtenteils auf den bewaffneten Konflikt der 1960er bis 1990er Jahre zurückzuführen. Besonders betroffen sind der Nordwesten und der Nordosten des Landes.

Die vertraglich festgelegten Fristen 2009 und 2019 zur Minenräumung konnten wegen mangelnden finanziellen Mitteln und Ressourcen bereits zweimal nicht eingehalten werden und wurden zuletzt bis zum 31. Dezember 2025 verlängert. Als Vertragsstaat der Ottawa-Konvention betreibt Kambodscha auch Risikoaufklärung, vor allem in den am stärksten verseuchten Gebieten im Nordwesten und Nordosten des Landes. Hier liegen außerdem noch Blindgänger aus Streubomben.

Landminen in Kambodscha verursachen weniger Unfälle als noch vor zehn Jahren

Immer noch kommt es in Kambodscha jedes Jahr zu zahlreichen Toten und Verletzten durch Minen und Streumunition. 2019 stieg die Zahl der Toten oder Verletzten zum ersten Mal seit 2014 auf 77 an. Im Jahr 2020 sank diese wieder leicht auf 65. Insgesamt ist seit 2010 ein Abwärtstrend in der Entwicklung der Minenopferzahlen in Kambodscha zu erkennen.

Auch aufgrund der Covid-19-Pandemie haben Menschen mit Behinderung in Kambodscha immer weniger Zugang zu Rehabilitationsdienstleistungen lokaler Einrichtungen. Das ist besonders für die Opfer von Landminen in Kambodscha fatal.