Landminen in Kroatien

Kroatien ist noch immer mit Landminen verseucht. Diese stammen noch aus den Jugoslawienkriegen der Neunziger. Trotz großer Fortschritte in der Räumung sind einige Gebiete immer noch kontaminiert. Die Minen liegen in Kroatien vor allem in bergigen und bewaldeten Gebieten. Mittlerweile kommt es nur noch selten zu Unfällen. In den letzten Jahre haben sich aber Unfälle von Geflüchteten gehäuft, die durch die Wälder Bosniens und Kroatien versuchen, in die EU zu gelangen.

Kroatien ist seit dem Inkrafttreten der Ottawa-Konvention am 01. März 1999 Vertragsstaat des Minenverbotsvertrags. Das Land ist durch den Unabhängigkeitskrieg nach dem Zerfall Jugoslawiens (1991-1995) stark von Landminen betroffen. Noch bis 2003 wurden Antipersonenminen im Rahmen von kriminellen Aktivitäten eingesetzt. Nach dem Krieg waren 14 von 21 Bezirken in Kroatien mit Landminen kontaminiert. Inzwischen sind nur noch acht Bezirke mit einer Gesamtfläche von 309km² betroffen.

Als Mitgliedsstaat des Landminenverbotsvertrags ist Kroatien verpflichtet, die Antipersonenminen innerhalb seiner Frist bis zum 01. März 2026 zu räumen.

Die verbleibenden kontaminierten Flächen stellen jedoch eine große Herausforderung dar, da sie meist in bergigen oder bewaldeten Gebieten liegen.

Wie in der Ottawa-Konvention vereinbart, engagiert sich Kroatien auch in der Risikoaufklärung, um Unglücke durch Landminen zu vermeiden. Die entsprechenden Angebote richten sich hauptsächlich an Schüler*innen aus den mit Landminen kontaminierten Regionen. Aber auch Geflüchtete sind von der Gefahr durch Landminen betroffen. Sowohl im Grenzgebiet zu Serbien, als auch an der Grenze zu Bosnien und Herzegowina sind Landminen vergraben. Zwischen 1991 und 2019 dokumentierte der Landminen Monitor in Kroatien insgesamt 1.989 Opfer von explosiven Kampfmittelrückständen (Explosive Remnants of War, ERW). Im Jahr 2019 wurde über zwei Minenunfälle berichtet, jeweils durch eine Antipersonenmine und eine Antifahrzeugmine. Glücklicherweise überlebten beide Minenopfer.

Im März 2021 wurde ein Zivilist bei dem Versuch, mit weiteren Geflüchteten in die EU zu gelangen, von einem ERW getötet.