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Opferhilfe und das Engagement von Handicap International

Die Opfer von Überlebenden von Landminenunfällen sind neben den direkt Betroffenen auch die Gesellschaften. Wenn die Menschen einen Unfall mit Landminen überleben, tragen sie oft schwerste Verletzungen und Behinderungen davon, die ein Leben lang besondere Versorgung notwendig machen. Häufig brechen Familienstrukturen auseinander, die mühsam wieder aufgebaut werden müssen. Und wenn in einer Gegend Minen verlegt sind, schränkt das ganze Gesellschaften in ihrer Entwicklung ein.

Opferhilfe

  • Die meisten Überlebenden von Minenexplosionen sind zunächst angewiesen auf eine medizinische Notfallversorgung, aber auch auf eine kontinuierliche Gesundheitsversorgung. Hierzu gehört die physische Rehabilitation genauso wie die psychologische und psychosoziale Unterstützung. Auch sind Viele aufgrund der bleibenden Verletzungen auf eine wirtschaftliche Integration angewiesen. Um dies auch langfristig zu gewährleisten müssen entsprechende Datenerhebungen durchgeführt werden und Gesetze, Vorschriften und Richtlinien angepasst oder neu geschrieben werden.
  • Deswegen gestaltet HI zum Beispiele spezielle Programme der Opferhilfe um zum einen den Opfern die benötigte Hilfe zukommen zu lassen, z.B. in Form von Prothesen oder Orthesen oder das Ermöglichen der Rückkehr von betroffenen Kindern in den Schulunterricht. Zum anderen stellt HI aber auch sicher, dass die Opferhilfe in der Entwicklungspolitik und in die Entwicklungsprogramme in einem Land mitberücksichtigt wird.
  • Wann immer also ein Geldgeber ein Entwicklungsprogramm im Bereich Gesundheit in einem Land, das gleichzeitig auch mit in vielen Gebieten von Minen kontaminiert ist, plant, dann sollte dieser in der Planung auch Betroffene und indirekt Betroffene, wie Freunde und Familien, berücksichtigen. Beispielsweise müssen Gesundheitseinrichtungen so geplant und gebaut werden, dass sie auch ländliche und isolierte Gebiete abdecken, denn hier leben oft besonders viele Minenüberlebende mit schlechtem Zugang zur medizinischen Versorgung.
  • Ein weiteres Problem ist, dass die finanziellen Mittel für betroffene Länder mit jedem Jahr stärker zurückgehen: Als zum Beispiel Mosambik 2015 minenfrei erklärt worden ist, ging die finanzielle Unterstützung stark zurück. Und obwohl natürlich keine neuen Minenopfer hinzukommen, sind die bereits Betroffenen noch immer da und weiterhin auf Hilfe angewiesen. Umso wichtiger ist es, dass die Opferhilfe in die Entwicklungspolitik eines Landes miteingeschlossen wird, um den Trend der sinkenden finanziellen Mittel für humanitäre Minenaktionen, inklusive Opferhilfe, entgegenzuwirken. Nur durch einen solchen integrativen Ansatz, kann eine langfristige Opferhilfe gesichert werden.

Der Einsatz von Handicap International (HI)

1992 rief Handicap International gemeinsam mit anderen Organisationen die ICBL ins Leben und hat somit aktiv zur Entstehung des Ottawa-Vertrages beigetragen. Für dieses politische Engagement und die erfolgreiche Kampagne erhielt HI gemeinsam mit der ICBL den Friedensnobelpreis. Noch heute setzte sich HI gegen Landminen ein und engagiert sich für die Betroffenen durch:

  • Politische Kampagnenarbeit, sodass die Ziele des Vertrages auch erreicht werden, er universalisiert und von den Staaten auch komplett umgesetzt wird,
  • Humanitäre Minenräumung in betroffenen Gebieten. Das Ziel ist es, Minen vollständig zu beseitigen und der Zivilbevölkerung so ein Leben in Sicherheit zu ermöglichen. Erst, wenn ein Gebiet vollständig entmint ist, können die Menschen wieder sicher in ihre Heimat zurückkehren, Felder bestellt werden und Kinder wieder sicher spielen,
  • Risikoaufklärung in kontaminierten Regionen: Solange dies nicht geschehen ist, muss die Zivilbevölkerung über die Risiken von versteckten Landminen aufgeklärt und informiert werden, damit das Risiko minimiert und Unfälle vermieden werden können,
  • Langfristige Unterstützungvon Minenüberlebenden. Den Betroffenen steht HI durch psychologische Betreuung, Physiotherapie und Rehabilitationsmaßnahmen zur Seite und versorgt diese mit Hilfsmitteln, wie Prothesen oder Rollstühle. Das Ziel ist es, dass die Betroffenen ihre Selbständigkeit zurückerlangen und Alltagsprobleme meistern können sowie die Integration in die Gesellschaft und eine Rückkehr ins Berufsleben erleichtert werden soll.