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Tretminen

Eine Tretmine ist eine Art der Landmine, die gegen Menschen eingesetzt wird. Daher wird sie auch Antipersonenmine oder Schützenmine genannt. Sie soll Menschen töten oder verletzen und unterscheidet dabei nicht zwischen Zivilist*innen und Soldat*innen. Tretminen können über Jahrzehnte im Boden oder im Gelände versteckt liegen, bis ihr Zündmechanismus betätigt wird. So gefährden sie die Bevölkerung noch Jahre nach dem Ende eines bewaffneten Konflikts. Jeden Tag werden Menschen weltweit Opfer dieser Waffen.

Tretminen können in vier Kategorien eingeteilt werden: Druckminen, Stockminen, Springminen und Richtminen, je nachdem wie sie ausgelöst werden. Sie unterscheiden sich in Aussehen und Funktionsweise und bestehen aus Plastik oder Metall. Je nach Typ werden werden Metallsplitter verwendet, die zusätzlich verletzen sollen.

Funktionsweise: Wie wird eine Tretmine ausgelöst?

Tretminen können auf verschiedene Weise ausgelöst werden.

Druckzünderminen, wie die russische PMN-Minen, sind meist rund oder rechteckig und werden durch direktes Auftreten ausgelöst. Sie wirken durch Sprengstoff.

Stockminen, beispielsweise die russischen POMZ-Modelle, können auch durch Auslösedraht betätigt werden. Sie bestehen aus einem Splitterkörper, der auf eine Art Stock gesteckt ist.

Springminen können, zusätzlich zum Auftreten und Auslösedraht, auch durch elektrische Fernzündung ausgelöst werden. Ein Beispiel hierfür ist die amerikanische M-16-Mine.

Richtminen haben Standbeine, durch die sie ins Gelände gestellt werden können. Sie werden durch Auslösedraht oder Fernzündung betätigt. Die US-amerikanische M 18 Claymore ist ein bekanntes Richtminenmodell.

Verletzungen

Eine Tretmine hat eine immense Zerstörungskraft. Wenn sie ausgelöst wird, kann sie lebenslange Verletzungen mit sich bringen. Sie schädigt Gliedmaßen, führt zu schweren Fuß- oder Beinverletzungen, verursacht Verbrennungen oder macht ihre Opfer blind. Diese sterben zum Teil an der Explosion oder erliegen wenig später ihren Verletzungen, wenn sie nicht schnell genug behandelt werden können. Wer überlebt, benötigt oft eine Amputation und eine lange Rehabilitation.

Verbot von Tretminen

Die Ottawa-Konvention verbietet seit 1999 Einsatz, Produktion, Lagerung und Weitergabe von Antipersonenminen. Die genaue Zahl verlegter Minen ist nicht bekannt. Vor dem Verbot von Antipersonenminen schätzten die Vereinten Nationen, dass ca. 110 Millionen Landminen in über 70 Ländern weltweit verlegt wurden. Heute werden noch bis zu 70 Millionen Landminen weltweit vermutet. Bislang sind über 160 Staaten dem Vertrag beigetreten. Der Vertrag schreibt die Entminung vor, ebenso wie Hilfe für die Überlebenden. Diese geht jedoch oft nicht weit genug und wird zu früh eingestellt. Hier leistet die Hilfsorganisation Handicap International (HI) einen wichtigen Beitrag: Sie versorgt die Überlebenden und ihre Angehörigen und setzt sich aktiv für eine Welt ohne Minen ein. Lesen Sie hier, wie Handicap International die Überlebenden mit Opferhilfe unterstützt.