Über 5.000 Minenopfer im Jahr 2025: Zivilist*innen zahlen erneut den Preis
Neue vorläufige Daten des Landminen-Monitors zeigen: Während einige Staaten dem Ottawa-abkommen zum Verbot von Landminen den Rücken kehren, forderten Landminen auch 2025 weltweit tausende zivile Tote und Verletzte.

Die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen hat anlässlich der aktuellen Intersessional Meetings zum Landminen-Verbotsvertrag (jährliche Arbeitstreffen der Vertragsstaaten zwischen den formellen Staatenkonferenzen im Winter), im Rahmen ihrer Monitorinitiative am 16.06. vorläufige Opferzahlen für das Jahr 2025 vorgelegt.
Es ist das erste Mal, dass der Monitor Zahlen bereits vor Erscheinen seines umfassenden Jahresberichts veröffentlicht. Die gravierenden Auswirkungen dieser Waffen auf die Zivilbevölkerung sollen damit so früh wie möglich sichtbar gemacht werden - insbesondere vor dem Hintergrund der kürzlich vollzogenen Austritte Estlands, Finnlands, Lettlands, Litauens und Polens aus dem Ottawa-Abkommen sowie der Ankündigung Finnlands und Polens, künftig wieder große Mengen an Antipersonen-Minen produzieren zu wollen.
Demnach wurden in 40 Ländern weltweit mehr als 5.000 Menschen durch Landminen und explosive Kriegsreste (einschließlich Streumunitionsreste) getötet oder verletzt,95% der erfassten Betroffenen waren Zivilist*innen. Kinder machten in vielen betroffenen Ländern einen erheblichen Anteil der Getöteten und Verletzten aus - in einigen Ländern sogar die Mehrheit.
Getötete und Verletzte wurden sowohl in Ländern mit anhaltenden bewaffneten Konflikten als auch in Staaten registriert, die noch immer durch vergangene Konflikte mit Minen und explosiven Kriegsresten belastet sind. Dies macht deutlich: Die Gefahr besteht noch lange nach dem Ende von Kampfhandlungen fort.
In neun Ländern wurden jeweils mehr als 100 Getötete und Verletzte registriert; besonders hoch sind die Zahlen aus Syrien (1.602), Myanmar (745), Afghanistan (497), den Palästinensischen Gebieten (319), Nigeria (296) und der Ukraine (275).
In den meisten erfassten Ländern überstieg die Zahl der Verletzten die der Getöteten deutlich: Rund 70% der Betroffenen wurden verletzt und überlebten, häufig mit einem langfristigen Bedarf an medizinischer Versorgung, Rehabilitation und psychosozialer Unterstützung.
Der Monitor betont, dass die vorläufigen Zahlen lediglich einen Teil des tatsächlichen Ausmaßes widerspiegeln. Insbesondere in Ländern mit anhaltenden Konflikten, unsicherer Lage, Vertreibung der Bevölkerung und eingeschränktem Zugang zu kontaminierten Gebieten werden Getötete und Verletzte häufig nicht vollständig erfasst. Die Daten beziehen sich auf den Zeitraum Januar bis Dezember 2025 und wurden bis Mai 2026 zusammengetragen. Mit dem Eingang weiterer Informationen werden die Zahlen fortlaufend aktualisiert und um zusätzliche Länder und Gebiete ergänzt. Eine detailliere Aufschlüsselung nach Waffentypen wird in den Jahresberichten Cluster Munition Monitor 2026 und Landmine Monitor 2026 erfolgen, deren Veröffentlichung für September beziehungsweise November 2026 vorgesehen ist.
Die vollständige Übersicht der vorläufigen Opferdaten 2025 ist hier aufrufbar: Vorläufiger Landminen- und Streumunitions-Monitor
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