Ein Minenwarnschild mit Totenkopf auf einem nebligen Hügel.

Ein historischer Moment: Kroatien erklärt sich nach 30 Jahren gefährlicher Räumungseinsätze vollständig minenfrei.

Kroatien hat nach drei Jahrzehnten intensiver Räumungsarbeiten offiziell erklärt, frei von Landminen zu sein. Dies berichtet CroatiaWeek und bezieht sich dabei auf einen Bericht, der vom Staatssekretär des Innenministeriums, Tomislav Bilandžić, vorgelegt wurde. Damit erfüllt das Land seine Verpflichtungen im Rahmen der Ottawa-Konvention, die die vollständige Beseitigung von Antipersonen-Minen vorsieht. Die kroatische Regierung plant nun, das nationale Minenräumprogramm abzuschließen.  

⇒ Lesen Sie auf unserer Überblickseite alles über Landminen in Kroatien

Die Gefahr durch Landminen war eine direkte Folge der Jugoslawienkriege der 1990er Jahre, in deren Verlauf große Teile des Landes vermint wurden. Zwischen 1991 und 2019 wurden in Kroatien fast 2.000 Menschen durch Minen und andere explosive Kampfmittelrückstände getötet oder verletzt. Auch nach 2019 kam es weiterhin zu Unfällen, teils mit tödlichem Ausgang. Die Räumung stellte über Jahrzehnte hinweg eine große Herausforderung dar, da viele der betroffenen Flächen schwer zugänglich waren.  

Der erfolgreiche Abschluss der Minenräumung zeigt zugleich, wie ein ehemals stark kontaminiertes Land – mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und durch erhebliche eigene Anstrengungen – minenfrei werden kann. Dieses Ergebnis ist ein deutlicher Beleg für die Wirksamkeit der Ottawa-Konvention, die klare Verpflichtungen schafft und konkrete humanitäre Fortschritte ermöglicht. In einer Phase, in der einzelne Staaten das Abkommen verlassen oder seine Bedeutung infrage stellen, unterstreicht Kroatiens Erfolg, wie wichtig diese Konvention weiterhin ist und wie viele Leben durch sie geschützt und gerettet werden.  

Trotz des offiziellen Abschlusses bleibt ein Restrisiko bestehen, da in abgelegenen oder schwer zugänglichen Gebieten möglicherweise noch einzelne Minen vorhanden sein könnten. 

Auch in Deutschland – das offiziell als minenfrei gilt – besteht ein Restrisiko am früheren Todesstreifen an der deutsch-deutschen Grenze. Dort könnten noch Minen tief im Boden vergraben sein. 

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