Ein Minenwarnschild mit Totenkopf auf einem nebligen Hügel.

Libanon ist dem Ottawa-Übereinkommen zur Ächtung von Antipersonenminen beigetreten – mitten im Krieg und in einer Phase, in der mehrere Staaten vom Vertrag abrücken. Dieser Schritt sendet ein wichtiges Signal für den Schutz der Zivilbevölkerung und humanitärer Prinzipien.

Fotografie zeigt Warnschild mit Totenkopf und Schrift "Danger Mines" an Stacheldrahtzaun, das auf Minengebiet hinweist. Im Hintergrund Schutzanzug tragende Person auf Weg neben bewachsenem Gelände erkennbar.
Minenräumungsarbeiten in der Region Tula © Xavier Bourgois / Handicap International 

Am 1. Mai 2026 hat Libanon seine Beitrittsurkunde zum Vertrag über das Verbot von Antipersonenminen bei den Vereinten Nationen in New York hinterlegt und wird damit zum 162. Vertragsstaat des Ottawa-Übereinkommens. 

Der Vertrag verbietet den Einsatz, die Produktion, die Weitergabe und die Lagerung von Antipersonenminen und verpflichtet Staaten zur Räumung verseuchter Gebiete sowie zur Unterstützung von Überlebenden. Für Libanon tritt das Übereinkommen am 1. November 2026 in Kraft.

Libanon ist selbst massiv durch Landminen und explosive Kriegsreste verseucht. Umso bedeutender ist deshalb dieser Schritt hin zur Ächtung dieser menschenverachtenden Waffen. Ein Großteil der Verseuchung liegt im Süden des Landes entlang der Blue Line zu Israel und geht auf wiederholte Konflikte zurück. Noch 2025 wurde dort ein UN-Soldat durch eine Mine verletzt

Weltweit sind der größte Teil an Minenopfer Zivilpersonen, viele davon Kinder – Libanons Beitritt ist daher ein deutliches Zeichen gegen die Rückkehr zu Waffen, die nicht in eine sichere Zukunft gehören sollten. 

„Der Beitritt des Libanon bedeutet nicht nur einen Schritt in Richtung einer minenfreien Zukunft, sondern auch ein starkes Signal dafür, dass internationale Regeln von Bedeutung sind. In einer Zeit, in der fünf europäische Länder aus dem Minenverbotsvertrag ausgestiegen sind, sehen wir in diesem Beitritt eine eindringliche Mahnung, dass Antipersonen-Minen niemals eine Lösung sind“

Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland

 

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